„Für den Tag X bereit sein“

Nachdem die Saison 2008 einen schönen Sieg und mehrere Plätze auf dem Siegertreppchen gebracht hatte, ist Vincent Delebarre, seit nunmehr sechs Jahren technischer Partner von Quechua, motivierter als je zuvor – er ist sogar ganz heiß auf die Trail-Weltmeisterschaften im kommenden Juli. Interview.

Wie ist die Saison 2008 für Dich gelaufen?
2008 war eine ganz normale Saison, mit Erfolgen, aber auch mit Niederlagen. Von Saison zu Saison merke ich immer mehr, dass es beim Langstreckentrail viel schwieriger als bei anderen Sportarten ist, stabile Ergebnisse zu erreichen. Die jeweilige Leistung hängt von so vielen Faktoren ab! Und dann ist da auch noch das Alter... Momentan fühle ich mich aber jung im Kopf, und 2008 war ein gutes Jahr – wahrscheinlich, weil ich noch großen Spaß an den Trails habe. Hoffentlich bleibt das noch lange so!

Was waren 2008 Deine größten Erfolge, was die größten Enttäuschungen?
Meine großartige Form und mein Sieg beim Merrell Sky Race in Serre-Chevalier waren mein größter Erfolg. Genauso toll wie der Erfolg war aber das Feeling beim Trail! Wir alle möchten das perfekte Rennen laufen, bei dem Spaß, Leichtigkeit, die Lust, sich selbst zu übertreffen und eine „Alles-oder-Nichts-Haltung“ zusammenkommen. Und das war an jenem Tag bei mir der Fall. Die größte Enttäuschung war für mich der Ultra Trail am Mont Blanc, der wichtigste Lauf des Jahres! Ich war der erste der 2500 Läufer, der aufgeben musste. Das war absolut nicht mein Tag, wahrscheinlich hatte ich mich zu sehr unter Druck gesetzt. Das bedeutet: Selbst wenn man meint, dass man mental optimal vorbereitet ist, kann man sich doch noch selbst ein Bein stellen.

Wie bist Du in die Saison 2009 gestartet?
Hoch motiviert! Ich habe früher als gewöhnlich mit dem Trail-Training angefangen. Im Winter mache ich gewöhnlich Skitouren, fahre Abfahrt und Langlauf. Aber der Eco Trail in Paris war eine große Motivation. Leider konnte ich dann doch nicht teilnehmen, weil ich ein paar Tage vor dem Wettkampf plötzlich mit Hüftproblemen zu kämpfen hatte. Es geht wieder aufwärts, aber meine Form lässt noch zu wünschen übrig. Anfang April kam ich bei meinem zweiten Lauf, dem Trail de la Sainte Victoire, zwar ins Ziel, aber eher gemütlich, denn ich musste meinen Körper im Training schonen, weil er seltsamerweise zu dieser Jahreszeit Ermüdungserscheinungen gezeigt hat.

Was sind Deine wichtigsten Ziele für 2009?
Natürlich zuallererst das Merrell Sky Race in Serre Chevalier, dem Austragungsort der Trail-Weltmeisterschaften. Danach der Ultra Trail am Mont Blanc und der Grand Course des Templiers, auf den ich mich besser als letztes Jahr vorbereiten möchte.

Wie läuft es denn mit der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften?
Sehr gut! Besonders gefallen mir das Streckenprofil und das Laufterrain. Ich freue mich schon riesig darauf! Ich weiß, was die Teilnehmer erwartet, denn ich kenne das Gelände. Die Strecke ist wie für mich gemacht: Höhe, Schwierigkeitsgrad, Länge… Unabhängig davon, ob ich für Frankreich starten kann oder nicht – am Tag X muss ich bereit sein, sowohl körperlich als auch mental!

Wie wählst Du die Läufe aus, an denen Du teilnimmst?
Es gibt zwei Hauptkriterien für meine Auswahl: Zunächst meine Niederlagen der vorangegangenen Saison. Ich habe bemerkt, dass sie eine besondere Motivation für ein besseres Abschneiden im nächsten Jahr sind. Dann gibt es die Läufe, um die man nicht herumkommt. Davon abgesehen möchte ich gerne neue Strecken kennen lernen, die ein besonderes Profil oder einen speziellen Ruf haben.

"Ich gebe jedes Mal mein Bestes"

Der Franzose Guillaume Lenormand, technischer Partner von Quechua Trail hat auf dem Ultra-Trail am Mont Blanc im letzten Jahr hervorragende Leistungen gezeigt. Die Trail-Saison 2009 steht vor der Tür, und er erwartet sie mit höchster Begeisterung und Motivation. Interview.
 
Wie ist die Saison 2008 für Sie verlaufen?
Wirklich großartig! Während des ganzen Jahres konnte ich Fortschritte verzeichnen, sowohl was meine Form als auch meine Ergebnisse angeht. Rückblickend bin ich überrascht, dass ich so viele gute Leistungen abgeben konnte. Natürlich bin ich sehr stolz darauf. Und das bestärkt mich enorm. Außer meiner 13 Siege habe ich 5 Mal auf dem zweiten und 3 Mal auf dem dritten Siegertreppchen gestanden.
 
Was waren für Dich die Höhepunkte von 2008?
Die schönen Siegertreppchen, auf denen ich stehen durfte: beim Trail von Ventoux, vom Sainte-Victoire und beim Mont-Blanc-Marathon, wo ich als Zweiter ins Ziel kam. Meine Siege beim Terra Modana-Trail,  bei Ubaye und natürlich beim CCC, der Laufstrecke Courmayeur-Champex-Chamonix. Dieser Sieg ist etwas ganz besonderes für mich: Ich konnte erleben, wie viele Menschen um mich herum sich mitgefreut haben. Dieser Freundschaftsbeweis hat mich sehr bewegt, und ich bin mir bewusst geworden, welche Bedeutung diesem Lauf beigemessen wird.

Dein Einstieg in die Saison 2009?
Zunächst einmal ruhig und bedacht. Ich konnte das Saisonende 2008 und den Saisonbeginn 2009 mit zwei sehr schönen Läufen abschließen bzw. beginnen: den Grand Raid Manikou auf Martinique und den Trail Blanc de Serre-Chevalier. Danach, im Januar und Februar, habe ich beschlossen, möglichst wenig zu laufen, einmal im Hinblick auf Libyen und auch, um von den tollen Schneeverhältnissen dieses Winters zu profitieren. Ich habe viele Kilometer und Höhenmeter auf Langlauf- und auf Wanderskiern zurückgelegt. Im Anschluss habe ich die Laufsaison eröffnet mit einer großen Herausforderung: der Libyan Challenge, 200km in 30h Laufzeit.
 
Dein Kalender ist gut mit Läufen ausgefüllt. Nach welchen Kriterien triffst Du die Auswahl?
Mein erstes Auswahlkriterium: das Laufterrain sowie die Qualität der Organisation. Die Tatsache, dass ich in der Provence lebe und sich hier wunderschöne Trails befinden, erleichtert mir die Dinge, das muss ich schon zugeben.  Der Anspruch eines Parkours und seine technischen Anforderungen sind weitere Elemente, die meine Entscheidung beeinflussen: Ich liebe Trails, bei denen ich meine Technik und meine physische Kraft unter Beweis stellen kann. Auch wenn vielfältigere und leichtere Terrains mir genauso viel Spaß machen, vor allem, wenn der Empfang freundlich und die Atmosphäre familiär ist.

Welche, unter all diesen vielen Läufen, liegen Dir besonders am Herzen ?
Die Trails, die auf Korsika und auf der Insel La Réunion organisiert werden, faszinieren mich ganz besonders. Hier findet man sehr ausgeprägte Streckenprofile, die also schwierig und technisch anspruchsvoll sind. Das ist die Spezialität des Hochgebirges: Korridore, die man mit Hilfe der Hände hochsteigt und Gipfel, für die man wirklich seine Tritte sorgfältig kalkulieren muss, schnell, geschmeidig und wendig sein muss.  Dieses Spiel aus Geschwindigkeit und Gleichgewicht ist mir ein besonderes Vergnügen! 

„Trail de la Sainte Victoire“ : Quechua auf den vorderen Plätzen

Die 50 km des „Trail de la Sainte Victoire“ unter der Sonne von Bouches-du-Rhône haben unseren technischen Partnern und Botschaftern geschmeichelt. Allen voran Ludovic Pommeret. Er erreichte das Ziel in knapp über 5 Stunden und steigt auf die oberste Stufe des Siegertreppchens. Romain Olivier kommt 20 Minuten später als 4. ins Ziel.
Romain ist seit diesem Jahr als neuer Botschafter Mitglied des Teams. Er hat an diesem Trail teilgenommen, obwohl er sich gerade auf das Probeexamen für Guide-Anwärter, das er in weniger als 2 Wochen ablegen muss, vorbereitet.

Ergebnisse: Ludovic Pommeret 1.; Romain Olivier 4., Guillaume Le Normand 7., Sebastien Talotti 8. und Vincent Delebarre 33..

Nächster Lauf für unsere Läufer: Der „Trail de la Drôme“ am 19. April.

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